In Fahrgemeinschaften geht es für unsere 14-köpfige Wandergruppe am Spätnachmittag mit dem Auto nach Bühl und von dort hinauf zur Burg Windeck, unser Treffpunkt und erste Übernachtungsunterkunft auf unserer 3-tägigen Westweg-Tour. Hoch über der Stadt Bühl wurde das Domizil der Herren Windeck vor ca. 800 Jahren errichtet und ist heute mit angegliedertem Hotel und Restaurant ein beliebtes Ausflugsziel. Unser gemeinsames Abendessen nehmen wir in der Burgstube in rustikalem „Rittersleut-Ambiente“ ein und genießen auf dem Weg zu unseren burgromantischen Gemächern zu später Stunde noch einen atemberaubenden Panoramablick über das Lichtermeer der Stadt Bühl. Gute Nacht – hoffentlich ohne das Burg-Gespenst.
Nach einem leckeren Frühstück starten wir zeitig zum Parkplatz „Sand“ Schwarzwaldhochstrasse, wo sich uns noch ein weiterer DAV-Wanderer anschließt und unsere Gruppe somit komplett ist. Hier ist der Ausgangspunkt für unsere heutige ca. 23 Kilometer lange Westweg-Etappe (Wegzeichen ist eine rote Raute auf weißem Grund) zum Schliffkopf. Der Wettergott meint es besonders gut mit uns. Es ist sonnig und für November sehr mild. Unsere Tour führt uns zunächst auf Waldwegen, dann auf schmalem Fußpfad hoch zum Gipfelplateau des Pfriemackerkopf-Hochkopf in mehr als 1.000 m Höhe. Es ist eine der schönsten Grindenflächen im Nordschwarzwald überhaupt. Die typische Vegetation wird gebildet von Zwergsträuchern wie Heidekraut und Torfmoosen, Heidelbeeren, Rasenbinsen, Pfeifen- und Borstgräser und vereinzelten Latschenkiefern. Über die Grindenfläche führt nur ein einziger unbefestigter Pfad, der stellenweise sehr schmal ist. Auf dem Hochkopf (1039) laden uns Bänke und eine tolle Aussicht auf die Hornisgrinde zum Verweilen ein. Unter uns eine nebelversunkene Landschaft – wie aus einer anderen Welt. Gestärkt mit einem “Gipfelsicht-Schnaps“ geht es weiter über die Kleine Grinde (1134m) in Richtung Hornisgrinde (1164m), dem höchsten Berg des Nordschwarzwalds. Die Herkunft des seit 1605 nachweisbaren Namens ist unsicher. Eine Deutung leitet ihn aus Horn, mis und grinte ab, was so viel bedeutet wie Bergrücken, der auf seiner Höhe ein Moor trägt. Dieses Hochmoorgebiet ist zu jeder Jahreszeit auf seine Weise schön, besonders aber im Herbst bei Inversionswetterlage - auf den Höhen Sonnenschein und im Tal ein Nebelmeer. Hier gönnen wir uns vor dem Hornisgrinde-Aussichtsturm (leider geschlossen) und der Grinde-Hütte eine kleine Vesperpause, bevor es dann zügig weiter in Richtung Mummelsee (mit 800 m Umfang der größte, mit 17 m Tiefe der tiefste und mit 1.036 m Höhenlage der höchste der sieben Karseen) geht. Hier ist nur ein kurzer Stopp für Foto-Shootings vorgesehen (die Zeit drängt) und wir marschieren weiter zum Seibelseckle, wo Michael uns mit schmackhaften Pausendrinks erwartet. Gestärkt meistern wir den Anstieg Richtung Darmstädter Hütte und gönnen uns eine kurze - außerplanmäßige Rast bei einem kühlen Getränk. Mit mehr Tempo geht es im Endspurt mit Blick auf den Wildsee zum Nationalparkzentrum Ruhestein, ein beliebtes Ausflugsziel im Nordschwarzwald. Jetzt noch eine Stunde strammer Fußmarsch und ein paar Höhenmeter, dann wir haben unser Tagesziel - den Schliffkopf erreichet. Mit Einbruch der Dunkelheit kommen wir am Gipfelkreuz Schliffkopf (1055m) an und werden mit einem einzigartigen Sonnenuntergang - der nicht nur uns, sondern auch noch andere Gipfelstürmer beseelt - für die Wanderstrapazen entschädigt. Dann endlich einchecken im Hotel Schliffkopf, kurze Wellness-Pause im Schwimmbad und in der Sauna und danach das leckere Abendessen genießen. An der Bar gibt es zum Abschluss des Tages noch jede Menge Unterhaltungswert😊.
Ein leckeres ausgedehntes Frühstück wartet auf uns, bevor wir uns wieder auf die Wanderschaft und unsere nächste Etappe des Westwegs - Schliffkopf-Alexanderschanze, ca. 14 Kilometer - machen. Auch heute starten wir bei herrlichem Sonnenschein, im Tal immer noch das Nebelmeer. Unsere Tour führt uns durch Waldwege, gesäumt von erfindungsreichen Skulpturen aus Holz, vorbei an einer Wildpferdekoppel zum Lothar Pfad, einem spannenden Lehr- und Erlebnispfad, der die Sturmwurffläche zeigt, die der Orkan "Lothar" 1999 am Schliffkopf hinterlassen hat. Am zweiten Weihnachtstag 1999 wütete der Orkan Lothar und hinterließ in weiten Teilen des Schwarzwaldes eine Schneiße der Verwüstung. Auf dem Lothar Pfad sieht man mit welcher Kraft sich der Orkan seine Schneiße gebahnt und wie sich die Natur davon regeneriert hat. Der Pfad verläuft größtenteils auf Holzbohlen und führt mit kleinen Brücken über oder unter das Sturmholz. Nach einer kleinen Pause und einem Erinnerungsfoto für unseren 2. Vorstand Lothar geht es weiter zunächst auf breiteren Waldwegen und zuletzt über geschlungene Waldpfade in Richtung Alexanderschanze, unserem heutigen Ziel. Die Alexanderschanze ist eine Passhöhe (970m) an der Bundesstraße 28 bei Freudenstadt im Nordschwarzwald und bietet eine Verbindung zwischen der Rheinebene bei Straßburg und dem Neckartal. Gleichzeitig gibt es die Festungsanlage Alexanderschanze und das Hotel Alexanderschanze (seit 2015 geschlossen). Mit dem Bus fahren wir nun wieder zurück auf den Schliffkopf, wo wir auf der Terrasse des Schliffkopfhotels die letzten Sonnenstrahlen einfangen und uns noch eine Kaffeepause - natürlich mit Schwarzwälder Kirschtorte - gönnen.
Dann geht´s leider wieder zurück nach Hause.
Fazit:
Wieder eine tolle DAV-Wandertour mit lauter netten Wandersleuten, schönen Erlebnissen und gemeinsamen Glücks-Wandermomenten.
Vielen Dank an Michael Winter für die perfekte Planung!!!
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