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Sarntaler Hufeisentour (11. - 18. Juli 2026)

11.07.2026

Mitte Juli 2026 haben sich neun Mitglieder der DAV-Sektion Sinsheim die urige Bergregion im nördlich von Bozen gelegenen Südtiroler Sarntal zum Ziel gemacht. In Hufeisenform zieht sich die Mehrtagestour zum Penser Joch hoch, um auf der anderen Talseite Richtung Sarnthein zurück zu führen. Wir haben die Tour im Uhrzeigersinn gemacht. Die Hütten sind allesamt gemütlich, die Wege einsam, dafür die Ausblicke umso atemberaubender.

Gleich am ersten Tag geht es nach der Anreise bei schweißtreibenden (Tal-)Temperaturen gut 1.000 Höhenmeter zur Meraner Hütte hoch. Wir werden durch traumhafte Aussichten über Meran 2000 verwöhnt.

Am zweiten Tag erreichen wir nach der ersten Stunde den Kratzberger See auf 2.120m, der bei kühlen einstelligen Wassertemperaturen zum Fußbad, einige Teilnehmer gar zum Schwimmen einlädt. Weiter geht es, teils luftig ausgesetzt, auf den Hirzer (2.781m) und anschließend zur Hirzer Hütte, wo wir ein kleines Nebengebäude für uns alleine haben.  Über luftige Grate geht es am dritten Tag, an dem wir wegen der ab Mittag drohenden Gewittergefahr mögliche Zusatzgipfel auslassen müssen, zur beschaulichen Ebenbergalm, welche gerade mal 10 Schlafplätze bietet und in einer Alpinzeitschrift im aktuellen Heft (u.E. zu Recht) zur „Hütte des Monats“ erklärt wurde. Da das befürchtete Gewitter ausblieb, können wir den ganzen Abend draußen genießen bevor wir im Nebengebäude, vielleicht war es einst ein Hühnerstall, die Nacht verbringen. 

Tag vier führt uns zum Penser Joch, zwar bei weiter bestehender Gewittergefahr, Zeit bleibt dennoch, dass einige Teilnehmer das Sarner Weisshorn, aufgrund seiner spitzen Form auch „Sarner Matterhorn“ genannt, mitnehmen können. Da am Penser Joch alle Schlafplätze ausgebucht waren, fahren wir mit dem Wanderbus zu einem Gasthof im Sarntaler Rabenstein, der uns u.a. mit Sauna und Pool verwöhnt. Am nächsten Morgen bringt uns der Wanderbus wieder aufs Penser Joch. Immer das Wetter im Blick erreichen wir die auf 2.481m gelegene Flaggerschartenhütte (auch „Marburger Hütte“ genannt), welche seit einigen Jahren von einem indischen Pächter betrieben wird. Duschmöglichkeit besteht hier aus einem aus dem Bergbach abgeleiteten Schlauch, der zu einer Open-Air-Dusche führt.

Der sechste Tag führt uns bei stetigem Auf und Ab und wetterbedingt glücklicherweise möglichem Zusatzgipfel “Schrotthorm“ (2.590m) zum „Latzfonser Kreuz“, einer Pilgerstätte der Sarntaler Alpen, mit seiner beeindruckenden Wallfahrtskirche. Am Nachmittag bleibt Zeit für Kassianspitze und Samspitze. Beim Abstieg zur Hütte ist wieder Zeit für ein erfrischendes Bad im Kassiansee (2.475m).

Am Tag 7 erreichen wir, nach einem Abstecher zum Totenkirchl, das Rittner-Horn-Haus und genießen den Abend mit 360-Grad-Blick auf 40 Dreitausender, darunter Geislerspitzen, Sella, Langkofel und Rosengarten. Leider ist die Woche schon wieder vorüber und wir steigen am letzten Tag zunächst  rund 400 Höhenmeter zur Sarner Scharte auf um anschließend etwa 1.700 Höhenmeter nach Sarnthein abzusteigen. Wie erwartet, war die gesamte Tour vergleichsweise urig, zeichnet sich durch Abgeschiedenheit, aber atemberaubende Blicke auf Dolomiten, Zillertaler Alpen und das Ortlergebiet aus. Wahrlich ein Volltreffer.

 

Text: Ralf Seeburger

Redaktion: Micha Steigleder