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Dreitagestour ins Kleinwalsertal vom 26. -28.07.2026

26.07.2026

In Fahrgemeinschaften geht es mit dem Auto ins Kleinwalsertal mit Treffpunkt Parkplatz Söllereckbahn in Oberstdorf. Nach der Begrüßung unserer 15-köpfigen Wandergruppe durch unseren Wanderführer Lothar Engelhardt, starten wir unsere Tour bei bedecktem Himmel und leichtem Regen mit der Bergfahrt zur Bergstation Schönblick (1360m). Hier beginnt jetzt unsere Wanderung zur Kanzelwand über das Fellhorn. 

Sonntag, 26. Juli 2026: Söllereck – Fellhorn - Kanzelwand

Vor uns liegen ca. 4 Stunden Gehzeit mit ca. 870m Auf- und 280m Abstieg. Zunächst geht es gemächlich durch den Wald, vorbei an der bewirtschafteten Söller-Alpe und anschließend weiter in Serpentinen den Grat hinauf, der teilweise steil und bei Nässe nicht zu unterschätzen ist. Es ist immer noch regnerisch, aber es klart zunehmend auf. Der Weg verläuft entlang des Grenzgrats zwischen Deutschland und Österreich über die Kammerhebung des Schlappoldkopf (1968 m) bis zum Fellhorn (2038 m). Auf dem Kammsattel werden wir mit bester Rundum-Aussicht und wunderschönen Blumenwiesen belohnt. Wir erreichen das Gipfelkreuz des Fellhorns und das Gruppenfoto ist natürlich Pflicht.

Nach einem kurzen Abstieg zur Bergstation der Fellhornbahn machen wir Rast in der angegliederten „Bergschau 2037“, einer Ausstellungsfläche mit atemberaubendem Panorama über die gesamten Allgäuer Alpen und der Möglichkeit ganzjährig die Natur von innen und außen zu betrachten mit vielen Informationen zu den Themen Wald, Wild und Jagd, Alpwirtschaft und Tourismus.

Ein breiter Wanderweg führt uns nun hinab zum Gundsattel (1808 m) und schließlich hinauf zur Bergstation der Kanzelwandbahn (1957 m), von wo aus wir bequem nach Riezlern abfahren.

In Riezlern gibt es für einen Teil der Gruppe eine verdiente Kaffeepause, der andere Teil kümmert sich um die Rückholung der Fahrzeuge von der Söllereckbahn. Gemeinsam geht es nun zu unserer Unterkunft, dem Magdeburger Haus, wo wir nach einem gemeinsamen Abendessen den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Montag, 27. Juli 2026: Kanzelwand - Fiederepasshütte - Fluchtalpe

Heute geht es mit dem Bus zur Kanzelwandbahn und per Gondel hinauf auf den Berg. Das Wetter ist besser als erwartet und wir sind bestens motiviert für unsere heutige Tour. Wir werden ca. 6 Stunden unterwegs sein – Aufstieg 585m, Abstieg 1375m.  Unser erstes Gipfelkreuz erreichen wir gleich nach 20 Minuten: Die Kanzelwand (2059m) oder auch Warmatsgrundkopf (amtlicher Name auf der bayerischen Seite), ein 2059m hoher Berg in den Allgäuer Alpen, über den die Grenze zwischen dem deutschen Bayern und dem österreichischen Vorarlberg verläuft. Nach unserem obligatorischen Gipfelfoto bei bester Aussicht auf die Bergwelt geht es auf einem Steig weiter, zunächst hinab ins Rossgundkar und dann  hinüber zur verfallenen Kühgundalpe. Dort folgen wir dem leicht ansteigenden Hochtal und machen eine ausgedehnte Rast auf der Hochweide, bevor es dann in einem Geröllfeld in Serpentinen der Hütte entgegen geht. Dann ist es geschafft, oben auf dem Bergrücken grüßt die Alpenvereins-Unterkunft Fiderepasshütte, beherrscht von der Oberstdorfer Hammerspitze. Ein kurzer Zwischenstopp muss jetzt aber doch noch sein – auf ein Getränk kehren wir in der Hütte ein.

Leider haben unsere Pausen den Zeitplan für den Rückweg etwas durcheinandergebracht und wir müssen unsere Abstiegs-Route ändern. Wir steigen nicht wie geplant zur Kanzelwand ab, sondern über das Wildental. Wir verlassen die karge, graue Felswelt der Hochalpen und müssen uns beim steilen Abstieg auf so manches Wurzel-Abenteuer einlassen. Hier sind alle unsere Sinne gefragt, denn jede Wurzel ist ein kleiner Stufen-Test. Es ist der intensivste Teil der Tour, in dem man die Wildheit des Berges am deutlichsten spürt. Fast immer hat man das Ziel durch den wunderbaren Tiefblick ins Tal schon vor Augen. Doch noch ist ein Stück Abstieg zu bewältigen. Das Erreichen der Fluchtalpe fühlt sich an wie eine herzliche Umarmung, die Einkehr dort ist ein unbedingtes Muss und eine Rast unumgänglich. Die hausgemachte Buttermilch mit frischen Heidelbeeren ein Genuss, aber auch ein kühles Bier ist jetzt genau das Richtige. Das letzte Stück des Weges über die Innere Wiesalpe, vorbei am Bergheim Moser (für einige mit schönen Erinnerungen an die erste Schneeschuhwanderung des DAV Sinsheim mit Bernd Völker verbunden) legen wir auf einem bequemen Fahrweg zurück. Wir müssen uns etwas sputen, damit wir den letzten Bus in Mittelberg zurück nach Riezlern noch bekommen. Die Punktlandung ist gelungen und wir sitzen alle etwas erschöpft vom langen Wandertag im Bus. Leider gibt es in Riezlern keine Busverbindung mehr zum Magdeburger Haus und als kleine Zugabe zu unseren heutigen „Wanderstrapazen“ laufen wir noch schwere 20 Minuten zu unserer Unterkunft. Nach einer Getränkestärkung und Dusche geht’s zum wohlverdienten Abendessen mit beschaulichem Tagesausklang.

Dienstag, 28. Juli 2026: Edmund-Probst-Hütte - Seealpsee - Oytalhaus

Bei traumhaftem Wetter brechen wir relativ früh nach Oberstdorf auf und fahren mit der Nebelhornbahn bis hinauf zur Bergstation Höfatsblick. Hier werden wir mit einem wunderbaren Rundumblick auf über 400 Alpen-Gipfel belohnt. Die heutige Tour wird etwas entschleunigter geplant, der Tag gestern ist vereinzelt noch in den Knochen zu spüren. Von der Edmund-Probst-Hütte aus machen wir uns zum idyllisch gelegenen Seealpsee auf. Ein breit ausgebauter Wanderweg führt uns zwischen zahlreichen Kühen hindurch, bergab Richtung Hintere Seealpe. Am See machen wir eine kurze Rast und stärken uns für den anstrengenderen Teil unserer Tour, dem Abstieg zum Oytalhaus. Dieser führt uns über den Gleitweg, einer der schönsten aber auch anspruchsvollsten Abstiege in den Allgäuer Alpen, mit ausgesetzten und stahlseilversicherten Passagen. Mittlerweile ist es auch sehr warm geworden und der lange Abstieg von fast 3 Stunden und 1041 Höhenmetern ist zeitweise beschwerlich und erfordert höchste Konzentration. Ein kleiner Gebirgsbach im Steig sorgt für eine willkommene Erfrischung, der Talblick zeigt unser Ziel, wir sind auf der Schlussetappe.  Im Tal angekommen, führt ein auslaufender Wiesenpfad auf den Wanderweg im Oytal und zum Oytalhaus. Hier machen wir noch eine Trinkpause, bevor es mit dem Bergroller (ein wirklich cooles Erlebnis!) zurück nach Oberstdorf geht und die Mehrheit die Heimreise antritt. Für einige geht der Wanderurlaub weiter, teils gemächlich zum Entspannen und teils mit Herausforderungen am Hindelanger Klettersteig.

Fazit:  

Wieder einmal hat uns Lothar Engelhardt das Kleinwalsertal von seiner schönsten Seite gezeigt und uns mit tollen, beeindruckenden Touren überrascht, wunderbare Bergmomente inclusive!

Vielen herzlichen Dank Lothar!!!!